Tokai Seriennummer: So bestimmst Du das Alter Deiner Tokai-Gitarre!

Einfach das Alter einer Gitarre an der Seriennummer ablesen – das wäre schön! Ganz so leicht machen es einem die Hersteller aber oft nicht. Und die Tokai Seriennummer ist hier leider keine Ausnahme.

Tokai Gakki Co. Ltd. gibt es schon seit 1947, wobei sie erst seit 1968 E-Gitarren bauen. Gitarren-Insider wissen natürlich, dass das japanische Unternehmen für Fender und andere große Firmen Instrumente im Auftrag fertigt. Seit Ende der 70er Jahre bietet Tokai aber auch unter eigenem Namen amtliche Versionen der bekannten Klassiker von Fender und Gibson an. Wer eine Tokai besitzt und etwas über das Alter herausfinden möchte, steht unter Umständen vor dem ein oder anderen Problem. Die gute Nachricht: Zumindest bei Tokais Gibson-Modellen aus japanischer Produktion ist das Alter anhand der Seriennummern recht einfach zu entschlüsseln. Die schlechte Nachricht: Bei den Tokai ST und T-Style Modellen sieht die Sache anders aus. Die Seriennummern sind nämlich gar keine. Aber trotzdem gibt es einige Hinweise, die Dir weiter helfen können. Wie Du das Alter Deiner Tokai-Gitarre herausfindest, erfährst Du in diesem Ratgeber!

Datierung von japanischen Tokai Singlecuts: Modellnamen und Seriennummern ab 1977

Ab 1977/ 78 stellte Tokai LP Style Gitarren unter eigenem Label her. Allerdings mussten Tokai den Modellnamen ihrer Singlecut Gitarre aus urheberrechtlichen Gründen ändern. Insofern lassen sich schon anhand der Modellbezeichnung Rückschlüsse auf das Alter ziehen. Ab 1978 nannte Tokai diese Instrumente „Les Paul Reborn“. Ab 1980 hießen sie dann „Reborn Old“ und kurz darauf dann „Love Rock“. Diesen Namen trägt die Tokai-Paula bis heute.

Die Tokai Seriennummer bei LP-Style Gitarren

Das Seriennummernsystem bei den Tokai Singlecuts ist relativ einfach, birgt aber auch ein paar Probleme. Die erste Zahl gibt bis 1988 das Baujahr an. Darauf folgt eine „0“ (1977-79 sind es zwei). Ab 1989 stehen die ersten zwei Zahlen für das Baujahr. In einigen Jahrgängen kommt es zu Dopplungen und man kann nicht sofort eindeutig sagen, um welches Baujahr es sich handelt. In solchen Fällen musst Du andere Infos, wie die Ausstattung der Gitarre hinzu ziehen. Problematisch sind so zum Beispiel die Serienummern, die mit „00“ beginnen. Sie können sowohl für das Jahr 1980, wie auch für das Jahr 2000 stehen.

Hier kann möglicherweise noch ein weiteres Indiz zur Klärung beitragen. Es gibt nämlich einige Gitarren, die die Seriennummer nicht eingeprägt, sondern nur aufgedruckt haben. Diese Instrumente stammen aller Wahrscheinlichkeit nach aus den Jahren 1980/ 81. Wenn Deine Tokai-Paula also eine Seriennummer hat, die mit „00“ anfängt und die Nummer aufgedruckt ist, dann wurde sie 1980 gebaut.

Hier noch einmal eine Übersicht über die Seriennummern der Tokai LP-Style Gitarren aus japanischer Produktion ab 1977:

1977 700xxxx
1978 800xxxx
1979 900xxxx
1980 00xxxxx
1981 10xxxxx
1982 20xxxxx
1983 30xxxxx
1984 40xxxxx
1985 50xxxxx
1986 60xxxxx
1987 70xxxxx
1988 80xxxxx
1989 89xxxxx
1990 90xxxxx
1991 91xxxxx
1992 92xxxxx
1993 93xxxxx
1994 94xxxxx
1995 95xxxxx
1996 96xxxxx
1997 97xxxxx
1998 98xxxxx
1999 99xxxxx
2000 00xxxxx
2001 01xxxxx
2002 02xxxxx
2003 03xxxxx
2004 04xxxxx
2005 05xxxxx
2006 06xxxxx

Die Reihe setzt sich in dieser Art fort.

Koreanische Tokai Singlecuts: Nur in Ausnahmefällen datierbar

Die koreanischen Tokais im LP-Style haben zwar eine Seriennummer, diese sagt jedoch nichts über das Alter des Instruments aus. Jedenfalls ist kein System bekannt, das dahinter stecken würde. Alle koreanischen Tokai-Seriennummern beginnen mit einem Buchstaben.

Es gibt einige koreanischen Modelle, die man natürlich schon datieren kann, wie die „2001 Limited Edition“. Sie hat allerdings keine Serien-, sondern lediglich eine Modellnummer und wurde logischerweise ausschließlich 2001 produziert.

Die Tokai Seriennummer bei ST-Style und T-Style Gitarren

Bei den Tokai-Modellen, die an die Fender Klassiker angelehnt sind, gilt: Nummern führen in die Irre. Achte auf Headstock- und Logo-Design!

Ab 1977 produzierte Tokai die Springy Sound, Silver Star und Gold Star (ST-Style), sowie die Breezy Sound (T-Style). An allen findet man Nummern auf der Bridge- oder Neckplate oder auch an der Kopfplatte. Bis 1982 ist noch alles simpel: Die erste Zahl der Seriennummer kennzeichnet das Baujahr.

Ab 1982 handelt es sich allerdings nicht um Seriennummern im eigentlichen Sinne. Diese Nummern verweisen nämlich auf das Fender-Modell, das Tokai für die jeweilige Gitarre als Vorbild nahm. Über das Alter sagen sie nichts aus. Die Nummern sind folgendermaßen zu interpretieren:

Fender-Modell Tokai-Modell Seriennummer
1948~1954 Model TE80 Seriennummer 3-/ oder 4-stellig, Neck-Plate
1954~Pre-1956 Model ST80, 100, 120
TE80,120
Seriennummer 4-stellig, Neck-Plate
1956~1960 Model ST50, 60
TE50, 70
PB80
Seriennummer 5-stellig, Neck-Plate
1960~1964 Model ST50R, 60R, 70R, 80R, 100R, 120R
TE50R, 70R, 80R, 120R
PB70R, 80R JB45R, 60R, 80R, 85FLR, 120R
Seriennummer L+5-stellig, Neck-Plate
1965/1965~1976 Model ST70, SS60/60R
TE200R
PB40/40R, 48/48R, 60/60R, 70
Seriennummer 6-stellig, Neck-Plate
1976 Model SS60/60R Seriennummer 7-stellig, Headstock

Etwas kann man immerhin doch anhand der Seriennummern hinsichtlich des Alters ablesen. Tokai fügte ab 1981 zur 5-stelligen Nummer ein „L“ zu Beginn an. Ist die Seriennummer also 5-stellig und hat kein „L“, ist die Gitarre aus einem Jahrgang, der früher als 1981 ist.

Die Tokai Seriennummer bei koreanischen Gitarren im ST- und T-Style

Wie auch bei den Gibson-Kopien, tragen auch die Fender-Varianten bei Tokai eine Seriennummer. Sie beginnen alle mit einem Buchstaben. Es ist nicht bekannt, inwieweit sie etwas über das Alter der jeweiligen Gitarre aussagen.

Datierung von japanischen Tokai ST- und T-Style Gitarren anhand des Logo-Designs und der Kopfplatte

Wenn schon die Nummern an den Modellen von Tokai nicht wirklich bei der  Altersbestimmung weiter helfen, so können es doch wenigstens die Logo- und Headstock-Designs. Die hat Tokai nämlich öfters gewechselt.

Bis 1982 verwendete man eine Kopfplattenform, die exakt der Fender-Vorlage entsprach. Auch das Logo-Design lehnte sich stark am Vorbild an. Der Schrifttyp ähnelte Fenders Spaghetti-Logo der 50er bzw. dem Fender-Design der 70er. Sogar das „T“ von Tokai ist dem typischen „Fender-F“ sehr ähnlich.

1983 wechselte Tokai zu einem schwarzen Blockschrift-Logo.

1984 verwendete man wieder eine Schreibschrift mit Outlines. Das ging von der Optik wieder mehr in Richtung Fender-Style. Allerdings war beispielsweise das „T“ „dem Fender-F“ nicht mehr so ähnlich.

1985 blieb der Schriftzug im Prinzip gleich. Dafür änderten sich die Kopfplattenform. Sie wurde kantiger und löste sich damit mehr von der amerikanischen Vorlage. Dieses Design wird bei Tokai aktuell auch verwendet.

1986 wurde das Logo erneut überarbeitet und man verwendete teilweise auch eine stark geschwungene „Italic-Schriftart“. Die Fender-Kopfplattenform tauchte aber auch wieder auf.

Fazit zur Tokai Seriennummer

Die Firma Tokai macht es einem beim Datieren der Gitarren unter eigenem Label nicht gerade leicht. Der Gitarrenbauer setzt bei den Singlecuts aus japanischer Fertigung seit Produktionsbeginn in den 70er Jahren auf ein einheitliches Seriennummern-System. Leider setzt sich dieses System schon bei den koreanischen Gibson-Klonen nicht fort. Hier ist eine Datierung über die Tokai Seriennummer nicht möglich.

Richtig schwer macht es Dir Tokai allerdings bei den anderen Modellen. Hier gibt es zwar Nummern, die führen allerdings bei Datierungsfragen oft ins Nichts. Nur die frühen Modelle bis 1981/82 lassen sich anhand der Seriennummer eindeutig einem Baujahr zuordnen. Stattdessen hilft oft bei der Datierung nur das Design von Logo und Kopfplatte. Trotzdem bist Du mit unseren vielen Tipps jetzt hoffentlich in der Lage, dem Alter Deiner Tokai-Gitarre auf die Spur zu kommen.

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