Bericht zur Frankfurter Musikmesse 2019

Eine Menge Erinnerungen werden wach, wenn ich an die Musikmesse in Frankfurt denke. Ganz früher gab es die Metal Hammer Standparties, später hat man sich mittwochs bei Marleaux getroffen um gemeinsam ein Bluna zu trinken. Ich habe mehrmals in Frankfurt gespielt, unter Anderem mit Paul Gilbert und Derek Roddy. Das lief damals über Meinl, den deutschen Vertrieb von Mesa Boogie, für die ich zu der Zeit Endorser war.

Also früh aufgestanden, in den Zug gesetzt und ab in die große Stadt. Mal sehen, was es Neues gibt und wen man so alles trifft.

Mein Eindruck von der Musikmesse 2019

In vergangenen Zeiten waren mehrere Hallen des riesigen Messegeländes für E-Gitarren, Bässe, Amps und Zubehör reserviert. Heute schicken einen die Hinweisschilder in die Halle 3.0. Diese Ebene ist aber auch für Drums, Blasinstrumente und Keyboards vorgesehen. Wie soll das denn gehen? In der Tat hat man die Halle mit dicken, schwarzen Vorhängen quasi geviertelt. In der Gitarre / Bass Abteilung gab es neben einigen chinesischen Anbietern auf der Suche nach Absatzmärkten kaum etwas Interessantes zu sehen. Viel leere Fläche, breite Gänge und nichts los. Sehr wenige Aussteller und Besucher. Von den großen Marken Fender, Music Man, Gibson, Ibanez, Warwick etc. war nichts zu sehen. Yamaha hatte eine Fläche im B2B Bereich.

Im Gegensatz zu früher, als diese Marke in einer eigenen Halle präsentiert wurde, war auch das ziemlich spärlich. Ein paar Stände waren dann aber doch da. AER zeigten ihre hervorragenden Verstärker, ebenso Schertler. Höfner waren mit ihren Gitarren und Bässen vor Ort, ein Shoutout dafür. Bei den großen Musikverlagen konnte man deren Sortiment begutachten und ganz verstreut fand ich auch kleine Anbieter, die mein Interesse weckten. In einem gesonderten Bereich der Halle 3.1 waren Hersteller untergebracht, die sich keinen großen Auftritt leisten wollten.

Musikmesse 2019 vs. pro light and sound 2019

Die parallel stattfindende pro light & sound war erheblich besser besucht und auch das Aussteller Portfolio machte wesentlich mehr her. Meine Gespräche mit einigen Ausstellern bestätigten den Eindruck. Diese Messe läuft gut, es gibt ein gutes Angebot und viel Nachfrage. Das kann man nun leider von der Musikmesse nicht mehr behaupten.  Vielerorts gab es Gerüchte zu hören, das dies die letzte Musikmesse in Frankurt gewesen sein soll. Die gab es zwar in der Vergangenheit auch schon, aber die stetig wachsende Konkurrenz an Veranstaltungen könnte ihre Wirkung tun. In Mannheim hat sich der Guitar Summit etabliert, in Berlin die Holy Grail Guitar Show. Im November öffnet Leipzig der musicpark erstmals seine Pforten.

Fazit zur Musikmesse 2019

Offensichtlich hat sich die Musikmesse Frankfurt überlebt. Es gibt viel Kritik an der Messeleitung, alle Aspekte einer solchen Veranstaltung betreffend. In den letzten Jahren haben die Verantwortlichen die kritischen Stimmen offensichtlich nicht gehört und den Niedergang der Messe nicht aufhalten können. So dürfen wir Musiker uns auf diverse andere Veranstaltungen freuen, bei denen unsere geliebten Instrumente im Mittelpunkt stehen. Mannheim, wir kommen!