Gitarre versenden – 6 Tricks, damit nichts schief geht

Eine gebrauchte Gitarre versenden kann Dich vor viele Fragen stellen. Wie muss ich sie verpacken? Wie kann ich Versandkosten sparen? Ist sie beim Versand versichert? Was passiert, wenn sie mit Schäden beim Käufer ankommt? Alles Fragen, die wir heute klären …

Gut gepolstert übersteht Deine Gitarre nahezu jeden Versand
Gut gepolstert übersteht Deine Gitarre nahezu jeden Versand

Willst Du eine gebrauchte Gitarre verkaufen, so bist Du heute in der komfortablen Situation, unzählige potentielle Käufer online zu erreichen. Virtuelle Marktplätze wie LOUDER.com bringen Verkäufer und Käufer zusammen. Hast Du Deine Gitarre z.B. über LOUDER.com verkauft, kann es sein, dass Du sie versenden musst, wenn der Verkäufer sie nicht bei Dir abholen kann.

Gitarre versenden Schritt 1: Die Gitarre vorbereiten

Fürs Gitarre Fotografieren hast Du Deine Gitarre sicher astrein auf Vordermann gebracht. Und das ist auch gut so. Schließlich freut sich der Käufer auf sein neues Instrument und der erste Moment, wenn er sie auspackt, sollte dann nicht von fettigen Schlieren auf dem Lack getrübt sein. Daher gilt als erstes vor dem Gitarre Verpacken: Alles noch mal schön polieren und sauber machen.

Denn vielleicht war die Gitarre zwischen Fotos und Verkauf ja doch nochmal im Proberaum, ist durch zehn kettenrauchende Hände gegangen und sieht jetzt irgendwie nicht mehr ganz so glänzend aus, wie auf den Bildern.

Daher auf jeden Fall nochmal mit einem feuchten Tuch drüber gehen. Evtl. sogar den Lack polieren, frische Saiten drauf ziehen. Alles kleine nette Taten, die Dein Gegenüber erfreuen und die Welt besser machen.

Stell die Gitarre vor dem Versenden noch ordentlich ein und mach sie sauber.
Stell die Gitarre vor dem Versenden noch ordentlich ein und mach sie sauber.

Gitarre versenden Schritt 2: Saitenspannung reduzieren

Wenn Du Deine Gitarre versenden willst, solltest Du unbedingt die Saitenspannung reduzieren. Denn die Gitarre kann während des Transports durchaus Temperaturschwankungen (bei internationalen Sendungen) und auch einigen durchaus rabiaten Handgriffen (überall!) unterworfen werden. Daher sollte der Zug auf den Hals so gering wie möglich sein. Vor allem bei den älteren Gibson SG- und Gibson Les Paul-Modellen kommt diesem Punkt eine besondere Bedeutung zu.

Hilfe zum Gitarren versenden
Auch bei Ibanez Gitarren mit Feststellschrauben muss die Saitenspannung reduziert werden. Also: Schrauben lockern, Spannung senken. Copyright @ LOUDER.com.

Aufgrund der abgewinkelten Kopfplatte haben diese nämlich die Tendenz, auf genau dieser Höhe zu brechen. Alleine schon deswegen muss der Saitenzug also reduziert werden.

Gitarre versenden Schritt 3: Cases und Gigbags

Deine Gitarre sieht nun rattenscharf aus und ist astrein in Schuss. Die Saiten sind entspannt und die Kohle ist auch bereits auf dem Weg zu Dir. Dann bleibt eigentlich nur eines: die Gitarre sicher verpacken.

Hast Du beispielsweise einen normalen Gitarrenkoffer (Standard-Case von Gibson oder dergleichen), dann legst Du die Gitarre einfach in das Case und polsterst sie mit Luftpolsterfolie ab. Bei einigen älteren Gitarrenkoffern ist teilweise nämlich so viel Spielraum vorhanden, dass die Gitarre regelrecht darin umherpoltert. Unnötig zu erklären, dass das schlecht für das Instrument ist. Daher: Im Case schon ordentlich polstern. Jedoch nur bei Cases, in denen die Gitarre herumrutschen kann. Bei den Ibanezcases für die RG-Serie wie hier abgebildet ist das zum Beispiel nicht der Fall.

Gitarren im Case versenden
In so einem Case rutscht nichts. Copyright @ LOUDER.com

Zu Schritt 3: Achtung bei alten Gibson-Gitarren

Hast Du eine gebrauchte Gibson SG oder eine Les Paul verkauft, so empfiehlt es sich, dass Du die Gitarre an der Kopfplatte bzw. am Hals polsterst.

Gleiches gilt übrigens auch, wenn Du Dein Instrument in einem Gigbag versendest. Hier sind die Gitarren zwar meist deutlich besser abgepolstert, trotzdem besitzen die gängigen Taschen oft auch ein Gefährdungspotential für empfindliche Gitarrenhälse. Daher nochmals: Polstern und am besten mit Tape fixieren. Das Tape aber nicht auf den Lack kleben, sondern wirklich nur auf die Posterung.

Gitarre versenden Schritt 4: Kartons und maximale Größe

Nachdem die Gitarre nun in Gitarrencase oder Gigbag sanft und behutsam ruht, kommt die Umverpackung. Normale Cases und Gigbags sollten in einem stabilen Umkarton versendet werden. Nur so ist ein ausreichender Schutz gewährleistet und grobe Stürze oder Würfe werden ausreichend abgefangen. Die Paketdienstleister raten sogar, dass der Inhalt eines Pakets einen Sturz aus einem Meter Höhe abfangen können muss. Dass das aber weit untertrieben ist, weiß man eigentlich mittlerweile.

Im günstigsten Fall bekommst Du einen solchen Karton bei dem Musikfachhändler Deines Vertrauens. Einfach mit einem Sixer Bier da aufschlagen und fertig. Vermutlich bekommst Du an einem Samstagabend zum Dank direkt drei von solchen Kartons. Denn die Musikgeschäfte werfen tatsächlich die meisten Kartons in den Müll.

Kartons für das Versenden von Gitarren gibt es auch bei der Post. DHL beispielsweise bietet Kartons mit einer Länge von 120 Zentimetern an. In der Größe kostet Dich der Versand bei einem Gewicht bis 10 Kilogramm dann auch nur knapp 10 Euro. Jedoch ist damit auch nur ein Warenwert bis zu 500 Euro versichert. Bei teureren Gitarren solltest Du daher etwas tiefer in die Tasche greifen bzw. eine Versicherung dazu buchen.

Ganz wichtig: Bei DHL liegt die maximal zulässige Paketlänge bei 120cm. Und die sind da sehr sehr genau. Ist Dein Gitarren-Karton z.B. 121cm lang, kann es sein, dass dies bereits als Sperrgut zählt. Und Sperrgut kostet einen erheblichen Zuschlag! Manche Gitarrenformen, wie z.B. die Dean ML oder Dean Splittail oder Bässe wie der Gibson Thunderbird sind schon ohne Case fast 120 cm lang. Bei diesen Modellen immer drauf achten, dass der Käufer entweder den teuren Versand übernimmt oder die Gitarre abgeholt wird.

Die Transportunternehmen sind in der Regel bis auf wenige Ausnahmen äußerst transparent und offenbaren ihre Preise auf den jeweiligen Websites. Schau einfach mal auf der DHL-Website oder der Seite von Hermes.

120cm sind maximal erlaubt. Sonst droht teurer Sperrgutzuschlag.
120cm sind maximal erlaubt. Sonst droht teurer Sperrgutzuschlag. ©LOUDER.com

Gitarre versenden Schritt 5: Telefonnummer des Käufers

Paketboten sind leider meistens gestresst, abgehetzt und gerade in großen Städten nicht bereit, ein Paket ein weiteres Mal zuzustellen. Ist der Käufer also gerade bei der Arbeit und der Paketbote trifft ihn nicht an, kann es vorkommen, dass er das Paket mit der Gitarre einfach im Hausflur abstellt. Einer unserer Kollegen hatte diesen Fall. Da wurde eine 1974er Gibson Les Paul Custom einfach in einem Hinterhof abgestellt. Im Dezember bei Minusgraden. Erst nach mehreren Tagen wurde die Gitarre zufällig aufgefunden.

Das muss echt nicht sein. Kläre daher mit dem Käufer, ob er zu normalen Zustellzeiten (meistens zwischen 10 und 16 Uhr) an der Adresse anzutreffen ist. Und lass Dir auf jeden Fall seine Handynummer geben. Diese schreibst Du mit aufs Adress-Etikett mit dem Vermerk „Bitte anrufen, falls nicht zuhause.“. So gestresst Paketboten sind, so dankbar sind sie aber auch für diese Möglichkeit und nutzen sie gerne auch.

Gitarre versenden Schritt 6: Das Gesamtpaket

Wenn Du nun alles vorbereitet und auch den passenden Karton hast, kann es endlich losgehen. Du schiebst die Gitarre im Case oder Gigbag in den Karton und polsterst abermals alles gut mit Luftpolsterfolie ab. Du kannst hier natürlich auch Zeitungspapier oder dergleichen verwenden, aber da knüllst Du teilweise echt ewig. Besser für die Umwelt ist es jedoch allemal.

Für welches Material Du Dich auch entscheidest: Immer so abpolstern, dass wirklich nichts wackeln kann. Denn nur so ist Deine Gitarre oder Dein Bass beim Versand vor Erschütterungen geschützt.

Hast Du dann alles gut verstaut, werden die Ecken und Kanten mit Paketband zugeklebt sowie Adressat und Absender mit dem Versandsticker angebracht.

Zu guter Letzt machst Du auf dem Karton noch ersichtlich, wo oben und unten ist, damit die Gitarre nicht kontinuierlich falsch herum steht. Zudem auch ruhig dick und fett drauf schreiben, dass es sich um ein empfindliches Musikinstrument handelt. Erfahrungen haben nämlich gezeigt, dass es definitiv nicht schaden tut. Und wenn Du jetzt noch ganz sexy einen LOUDER.com Sticker drauf klebst, dann geht sowieso nichts mehr schief.

Gitarre versenden – Unser Fazit

Beachtest Du beim Versand Deiner Gitarre die oben genannten Punkte, kannst Du Dich nach dem Versand entspannt zurücklehnen. Natürlich solltest Du erst versenden, wenn Du das Geld vom Käufer bereits erhalten hast. Bei Nachnahme-Sendungen kommt es natürlich erst nach erfolgreicher Übergabe.

Wenn alles gut gelaufen ist, kannst Du Dich ja hier auf LOUDER.com schonmal umschauen, wofür Du das Geld ausgibst, das Du gerade erhalten hast. Vielleicht wirds diesmal eine Gibson? Oder doch mal was mit Schraubhals aus dem Hause Fender? Wie Du Dich auch entscheidest, Dein Käufer freut sich derweil auf Deine gut gepflegte und sorgsam versandte Gitarre.