Gitarre fotografieren – so machst du richtig geile Bilder

Beim Gitarre verkaufen sind aufschlussreiche und schöne Bilder enorm wichtig. Schließlich ist eine Gitarre oder auch jedes andere Instrument nicht einfach irgendein Wegwerfprodukt, sondern hat einen hohen emotionalen Faktor. Nimm dir die Zeit und mach die schönsten Fotos, die du jemals von deiner Gitarre gemacht hast.

Mit diesem Leitfaden wird es dir sicher gelingen, richtig schöne Fotos zu machen. Sie sind das Fundament eines erfolgreichen Inserats auf Louder.com.

Der Einfachheit halber sprechen wir in diesem Leitfaden von Gitarren. Natürlich gelten die meisten Tipps auch für alle anderen Instrumente.

Folgende Bereiche findest du in diesem Leitfaden:

  • Vorbereitung: Gitarre reinigen
  • Gitarre fotografieren: Hintergrund wählen
  • Gitarre fotografieren: Optimale Beleuchtung
  • Welche Fotos der Gitarre brauche ich?
  • Welche Kamera nutze ich?
  • Fotos nachbearbeiten: Apps und Programme nutzen

Vorbereitung: Gitarre reinigen

Eine zugeschmodderte Gitarre oder ein Bass mit dicken Fettschichten auf dem Griffbrett ist nicht gerade das, was sich ein Käufer wünscht.

Gerade bei hochpreisigen Instrumenten möchte man keinen Schmutz auf den Bildern sehen. Je nachdem, wie du später dein Instrument ausleuchtest, werden Fingerabdrücke und Staub auf den Fotos unangenehm sichtbar. Das gilt es zu vermeiden.

Pflegemittel für Gitarren

Nimm ein weiches Stofftuch und feuchte es mit warmem Wasser an. Bei stärkeren Verschmutzungen kannst du einen Tropfen Spülmittel dazu geben. Reibe damit den Lack vorsichtig ab und prüfe, ob sich Staubkörner oder Metallsplitter unter dem Tuch sammeln. Damit würdest du den Lack zerkratzen. Also bei der ersten Reinigung besonders darauf achten, dass das Tuch frei von kratzenden Partikeln bleibt.

Verschiedene Lacke auf Gitarren

Moderne Gitarren mit sg. PU-Lack sind relativ pflegeleicht. Da kannst du auch mit einem Reinigungsmittel drangehen. Teste es aber vorher an einer kleinen Stelle auf der Rückseite auf Verträglichkeit.

Bei Vintage-Gitarren bzw. teuren Gitarren mit Nitrolack musst du allerdings sehr vorsichtig sein. Hier gibt es spezielle Polituren, die den Lack nicht angreifen. Nitrolack ist sehr empfindlich, klingt dafür aber auch klasse.

Griffbrett reinigen

Reinige auch das Griffbrett. Gerade an den Bundstäben sammelt sich nach einiger Zeit ein fettiger Belag, der nicht nur fies aussieht, sondern auch ordentlich Bakterien beheimatet.

Hier kannst Du einen Küchenschwamm mit Topfschwamm-Wolle-Schicht verwenden. Am besten einen alten Schwamm, an dem die Wollschicht schon abgegriffen ist. Neue Schwämme kratzen unter Umständen zu sehr. Gib etwas  Spülmittel und warmes Wasser auf den Schwamm und beginne, das Griffbrett quer zur Saitenrichtung zu reinigen. Drücke nicht zu sehr drauf, damit das Holz keinen Schaden nimmt. Danach solltest du jeden Bund sofort trockenreiben, damit die Feuchtigkeit das Holz nicht beschädigt.

Es gibt spezielle Griffbrett-Öle, die du danach auftragen kannst. Dadurch wird das Griffbrett imprägniert und besser gegen Schweiß und Schmutz geschützt. Außerdem kommt gerade bei Palisanderhölzern die Farbe besser raus.

Gitarre reinigen: Bundstäbe polieren

Bei angelaufenen Bundstäben kannst du ebenfalls die Stahlwolle des Schwamms verwenden. Hier hilft auch ein Radiergummi (blaue Seite). Von Schleifpapier solltest du nach Möglichkeit absehen. Denn wenn du von den Bundstäben nur einen Hauch zu viel abschleifst, kannst du damit die Gitarre ruinieren bzw. musst die Bundstäbe komplett neu abrichten lassen. Die Bundstäbe solltest du ebenfalls immer der Länge nach, also quer zum Griffbrett reinigen. Und achte darauf, dass du das Holz nicht beschädigst.

Pickups und Mechaniken reinigen

Metallteile kannst du je nach Material mit Chrom-Politur behandeln. Die große Ausnahme ist Gold-Hardware. Hier niemals mit Reinigungsmitteln arbeiten! Die Goldbeschichtung ist hauchdünn und wird durch Reinigungsmittel komplett entfernt. Bei billigeren Modellen kann schon zu festes Reiben häßliche Stellen erzeugen. Goldhardware immer nur ganz vorsichtig mit einem weichen Tuch säubern.

Gitarre polieren: So glänzt die Gitarre richtig

Ist alles gereinigt, kannst du mit spezieller Lackpolitur den Lack zum Glänzen bringen. Hast du keine Politur, reicht auch ein trockenes Brillentuch oder Mikrofasertuch. Poliere die Gitarre kreisförmig. Am besten schaust du dabei so auf die Gitarre, dass sich eine Lichtquelle darin spiegelt. So siehst du direkt, ob sich noch Spuren vom Reinigen oder Fingerabdrücke auf dem Lack befinden.

Alte Gitarren und Vintage-Gitarren polieren? Vintage-Patina vs. Hochglanz

Alte Gitarren haben meistens einen etwas abgespielten Lack. An manchen Stellen kann dieser auch so weit runter sein, dass das Holz zu sehen ist. An den offenen Stellen solltest du lieber kein Spülmittel und kein feuchtes Tuch verwenden, um das Holz nicht zu strapazieren. Polieren solltest du eine Vintage-Gitarre nicht unbedingt. Wenn die sg. Vintage-Patina, also der abgespielte Look sehr zur Gitarre passt, reibe sie nur vorsichtig ab, mach sie aber nicht zu sauber. Das musst du in deinem Speziellen Fall selbst entscheiden, inwieweit die Patina Teil des Instruments ist und daher darauf bleiben sollte. Gerade Mechaniken und Pickup-Kappen solltest du bei alten Vintage-Instrumenten nicht reinigen.

Gitarre fotografieren: Darum ist der Hintergrund wichtig

Egal, wie geil deine Gitarre ist. Wenn du sie vor der gammligen Schrankwand oder der vertrockneten Wohnzimmerpflanze fotografierst, sieht auch die teuerste Vintage Gibson Les Paul ziemlich traurig aus. Schau dich bei dir zu Hause oder auch in der Umgebung ein wenig um. Sicher gibt es irgendwo ein gutes Setting für deine Verkaufsfotos. Eine schöne Backsteinwand oder ein dunkler Holzboden mit schöner Maserung sind optimal. Natürlich hat das nicht jeder zu Hause. Fotografierst du öfter Gitarren, kannst du dir im Internet eine Prägetapete mit Backsteinoptik bestellen. Oder besorge dir ein paar Holzplanken oder ein Paket Laminat im Baumarkt. Da gibt es mittlerweile echt schicke und vor allem authentische Designs.

Ist dir das zu viel Aufwand oder hast du dafür gerade keine Zeit, dann wähle auf jeden Fall einen Hintergrund, der die Gitarre wirken lässt. Eine weiße Wand oder ein dunkles Tuch sind hier absolut ausreichend. Leuchtende Tops wie zum Beispiel Burst-Lackierungen wirken vor schwarzen Hintergründen brillanter und damit attraktiver. Eine schwarze Gitarre hingegen solltest du eher vor einem Hellen Hintergrund ablichten. Besser als einfach nur ein Tuch ist zum Beispiel eine Ledercouch. Lege oder stelle die Gitarre auf die Couch und arbeite dann mit dem Licht, um ein schönes Motiv zu bekommen.

Viel Licht ist bei den meisten Kameras Pflicht

Je mehr Licht du auftreiben kannst, desto besser werden die Bilder. Wichtigste Faustregel dabei: Verwende auf keinen Fall den Blitz! Gerade bei Handyfotos erzeugt der LED-Blitz einen kühl blaugrünen Farbstich und nimmt jede Natürlichkeit aus den Farben. Optimal sind Bilder bei Tageslicht oder in der Sonne. Manche Kameras haben allerdings ihre Probleme mit zu hellen Umgebungen. Achte auch darauf, dass du mit dem Rücken zur Lichtquelle bzw. neben der Lichtquelle stehst. Gegenlicht bringt fast jeden Kamerasensor ins Schwitzen.

Mit indirektem Licht machst du sicher die besten Fotos. Lampen, die du verwendest, sollen dabei nicht direkt auf die Gitarre gerichtet sein, sondern eher die Wände anstrahlen. Das reflektierte Licht ist weicher und du vermeidest nervige Spiegelungen.

Das beste Ergebnis beim Gitarre fotografieren erhältst du, wenn du dir spezielle Fotoreflektoren kaufst. Diese gibt es bereits ab ca. 30 Euro. Sie sind für viele Dinge einsetzbar. Die Leuchtmittel gibt es in verschiedenen Farbtemperaturen. Wähle am besten ein Warmweiß mit einem Wert von ca 2.700 K.

Detailbilder der Gitarre sind wichtig.

Detailbilder geben einem potentiellen Käufer viele Informationen und ersparen Nachfragen. Je nach Kamera kannst du durch die sg. „Tiefenunschärfe“ sehr stilvolle und schöne Fotos machen. Das bedeutet, dass das Detail, auf das es ankommt, scharf im Fokus ist und alles darum herum unscharf wird. So lenkst du nicht nur den Blick des Interessenten auf einen bestimmten Punkt, sondern sprichst ihn auch ästhetisch an. Und da Musikinstrumente einfach emotional gut wirken, ist es wichtig, dass du besonders gute Bilder machst.

Diese Detailbilder deiner Gitarre solltest du machen:

  • Vorderseite (Vollansicht)
  • Rückseite (Vollansicht)
  • Detailbild Decke, also alles zwischen hinterem Gurtpin und Hals.
  • Detail Bundstäbe (Griffbrett) mit Ansicht der Griffbrettränder. Gerade bei alten Gitarren sieht man hier, ob die Bundstäbe erneuert wurden
  • Detail Kopfplatte mit 1. Bund
  • Detailbild der Halsrückseite an der Übergangsstelle von Hals zur Kopfplatte. Dort sieht man, ob die Kopfplatte angesetzt oder Hals einteilig ist. Auch eventuell reparierte Kopfplattenbrüche wären hier unter Umständen zu sehen.
  • Ein Bild der Stelle, an der der Hals im Korpus sitzt. Also die Rückseite der Gitarre. Die Info, ob der Hals geschraubt oder verleimt ist, ist wichtig.
  • Und natürlich müssen die Pickups (Tonabnehmer) fotografiert werden. Bei Vintage-Modellen lohnt es sich, die Pickups vorsichtig aus dem Korpus zu holen und die Rückseite sowie das Innere der Pickpup-Fräsung im Korpus zu fotografieren. Am besten schraubst du den gesamten Rahmen mit dem Pickup raus. So lässt sich dieser nachher schneller wieder einsetzen.
  • Das Innere des Elektronikfachs ist ebenfalls wichtig. Denn hier sieht man, ob an den Lötstellen etwas gemacht wurde, welches Datum auf den Potis steht und ob weitere Bauteile getauscht wurden.
  • Halbakustische Gitarren und Akustische Gitarren haben im Inneren des Korpus meist ein Etikett mit Herstellername, Seriennummer und weiteren Infos. Dieses solltest du ebenfalls fotografieren, da es wichtige Informationen liefert.
  • Sollten Modifikationen, Reparaturen oder Ausbesserungen vorgenommen worden sein, dokumentiere diese ebenfalls. Gib einem Interessenten alles an Infos, was du findest. Je mehr er über deine Gitarre weiß, desto leichter fällt es ihm, sich für deine Gitarre zu entscheiden.

Welche Kamera zum Gitarre fotografieren?

Neue Handykameras sind überraschend leistungsstark, haben gute Lichtwerte und eine realistische Farbwiedergabe. Manchmal sind sie sogar besser als eine ältere Digitalkamera. Bei alten Handymodellen ist die Kamera allerdings wenig geil und sollte daher nicht verwendet werden. Eine geringe Auflösung sorgt für verpixelte Bilder und verschlingt Details und Kontrast.

Wichtig beim Fotografieren mit dem Handy: Wische vorher die Linse ab! Durch das ständige in der Hand halten des Telefons bildet sich ein Fettfilm auf der Linse. Dieser sorgt auf den Fotos für einen nebligen Effekt.

Der Vorteil, wenn du mit dem Handy fotografierst, sind die Möglichkeiten der Nachbearbeitung mit Fotoapps wie Instagram oder Hipstamatic. Dazu kommen wir im nächsten Abschnitt weiter unten.

Hast du eventuell eine Spiegelreflex-Kamera oder kennst jemanden, der eine hat? Dann solltest du diese wählen, um deine Gitarre zu fotografieren. Die Detailtreue ist enorm und du kannst mit der sg. „Tiefenunschärfe“ schöne Effekte erzeugen. Hier kannst du auch die Belichtung einstellen und den Weißabgleich anpassen.

Fotos nachbearbeiten – Apps und Programme

Die Vielzahl an Möglichkeiten, um Bilder nachzubearbeiten, ist gigantisch. Der Klassiker ist Photoshop, das schon aus Preisgründen eher etwas für Profis ist. Du kannst dir aber auf der Seite von Adobe eine Testversion laden, die einen Monat nutzbar ist. Alternativ gibt es mit Affinitiy Photo einen echten Photoshop-Killer für gerade mal 60 Euro! Allerdings im Moment nur für Mac. Mit dem kostenlosen Programm „irfan view“ kannst du viele Einstellungen an Bildern vornehmen. Vor allem Belichtungszeit und Farbwerte können hier gut korrigiert werden.

Machst du Bilder mit deinem Smartphone, gibt es Kamera-Apps wie Instagram oder Hipstamatic und viele andere kostenlose Apps, mit denen du deine Fotos nachbearbeiten und enorm aufbessern kannst. Wenn du hier ein wenig rumprobierst, wirst du die für dich passende Lösung schnell finden.