Die Geschichte der schwedischen Hagström Gitarren

Heute geht es uns um die Entwicklung der Hagström Gitarren. Ihr findet Details zur Geschichte der Firma und wie es dazu kam, dass sie Gitarren produzierte. Natürlich gibt es auch jede Menge Footage zu den Gitarren an sich.

Also viel Spaß beim Lesen.

Hagström Vintage Gitarren
Eine bescheidene Kollektion von Hagström Vintage Gitarren. Copyright @ Hagström Collection.

Hagström – Die Geschichte einer schwedischen Gitarrenmanufaktur

Die Schweden sind schon ein besonderes Volk. Absolut Vodka, Abba, Volvo, Astrid Lindgren und Ikea. Alles Marken und Personen, die man nahezu ausnahmslos weltweit kennt. Und da ist für jeden was dabei: Man kann sich die Bude neu einrichten, kann mit dem passenden Auto wieder aus der Bude abhauen, man kann unterwegs Money, Money, Money jodeln, oder ein Pipi Langstrumpf Tape vom ebenfalls aus schwedischen Gefilden stammenden Spotify hören. Doch da ist noch mehr….

Man kann sich nämlich auch ein anständiges schwedisches Instrument in den Kofferraum seines Schwedenbombers legen. Eine Hagström Gitarre zum Beispiel. Denn auch die kommen ursprünglich aus Schweden….

Wie alles anfing – Fa. Albin Hagström und die Akkordeons

Die Firma Albin Hagström, so wie die schwedische Company zu Beginn hieß, wurde 1925 vom gleichnamigen Albin Hagström gegründet.

Jahre zuvor, im zarten Alter von nur 10 Jahren, kaufte sich dieser sein erstes Musikinstrument, ein Akkordeon. Das war so um die 1916, also zu einem Zeitpunkt, an dem niemand daran dachte, dass das der Grundstein für eine weltweit anerkannte Gitarrenmanufaktur sein würde.

Jedoch kommt es häufig anders, und vor allem anders als man denkt. Denn Albin Hagströms Interesse bezüglich des Akkordeons wuchs, so dass er sich im Verlauf seiner Jugend nicht nur mit der musikalischen Seite befasste. Vielmehr galt sein Interesse auch den Faktoren, die mit der Konstruktion und der Produktion einhergehen. Faktoren, die für eine Firmengründung im Musikalienbereich unerlässlich sind. Woraus besteht so ein Akkordeon, wie funktioniert es, was stört, was kann man besser machen? All das sind Fragen und Gedanken, die neben der Liebe zum Instrument und einer Prise Intelligenz zweifelsohne zur Kernkompetenz eines jeden Firmengründers gehören.

Albin Hagström schien alle diese Eigenschaften zu besitzen. Jedoch sammelte er vorerst vermehrt Erfahrung, indem er mit geliehenem Geld Akkordeons aus Deutschland importierte. Ein kleiner cleverer Schachzug – und auch ein Anfang. Denn zwei Jahre später, im Jahre 1923, machte er das gleiche nochmal. Er importierte 25 Akkordeons, welche er schließlich via Zeitungsannoncen in seinem Heimatland verkaufte. Damit war der Grundstein für den Vertrieb gelegt.

Und am 19. Januar 1925 gründete er schließlich seine nach ihm benannte Firma – Albin Hagström.

Hagström moves People
Hagström bewegt die Leute, besagt dieses Foto aus dem Hagström Kalender von 1966. Copyright @ Hagstrom.

Hagströms Akkordeons und die Expansion

Anfänglich sollte es erst einmal beim Importgeschäft bleiben. Daher stand Albin nach der ersten Importphase mit deutschen Akkordeons auch in Kontakt mit einem italienischen Akkordeonhersteller. Zu dieser Zeit wurden dann auch die sogenannten Paolini Akkordeons importiert. Das war ebenfalls 1925. Gleichzeitig entwickelte sich auch direkt eine gewisse Affinität zur Zelluloid-Abdeckung, welche später nicht nur bei den eigenen Akkordeons angewendet werden sollte….

Im Jahre 1928 gründete Hagström dann die erste Tochtergesellschaft in Oslo, womit man sich die Vertriebswege für den norwegischen Markt sicherte. Gleichzeitig eröffnete man über das schwedische Land verteilte Verkaufsstätten.

Insgesamt steigerte man den Umsatz im Jahre 1928 bereits auf 500000 schwedische Kronen. Im Vergleich zu 2700 Kronen im Jahre 1925 eine mehr als gute Bilanz. Das Hagström-Netzwerk wuchs also, doch damit sollte es nicht vorbei sein…

Im Jahre 1932 wurde in Älvdalen die erste eigene Akkordeonfabrik eröffnet. Hier wurde auch das erste eigene Akkordeon mit dem Namen „Excellent“ gefertigt. Jedoch gab es hier auch erste Probleme. Albin kannte sich in den Vertrieben und dergleichen gut aus, bei der Herstellung und Produktion gab es jedoch Schwierigkeiten. Probleme bzgl. der maschinellen Arbeitsweise, der richtigen Materialien und dergleichen.

Albin Hagström Founder
Der Gründer Albin Hagström (1905-1952) in seinem Büro. Copyright @ Hagstrom Collection.

Hier konnte sich die Firma jedoch später durch zwei angeworbene italienische Akkordeonbauer Abhilfe verschaffen, so dass die Produktionsprozesse deutlich besser koordiniert wurden. Währenddessen expandierte die Firma immer weiter, schuf neue Vertriebszentren und entwickelte sich…

Weiterer Export und das Ende für das Akkordeon

Ab 1934 breitete sich Hagström nach Finnland und Dänemark aus. 1939 wurde dann der US-Zweig mit der Hagström Music Company Inc. Gegründet. All das war gefolgt von weiteren Unternehmenstöchtern in Schwedens Nachbarländern.

Carl Jularbo spielt auf Hagström Excellent
Der schwedische Akkordeon-Spieler Carl Jularbo spielt auf einer Hagström Excellent. Copyright @ Hagström Collection.

Im Jahre 1946 eröffnete sogar eine Akkordeonmanufaktur in England und all das führte dazu, dass die Produktion enorm angezogen wurde. 1952 produzierte man bereits 15000 Akkordeons. Gleichzeitig erhöhte sich die Anzahl der Hagström Shops, so dass es bald rund 48 Läden in Europa gab, die die eigenen Instrumente verkauften. Der Gesamterfolg führte schließlich zur Eröffnung weiterer Manufakturen und katapultierte die Firma in Sphären, in denen sie unter den weltweit größten Akkordeonherstellern zugegen war. Es gab sogar eigene Schulen von Hagström, in denen die Schüler in professionellem Akkordeonspiel unterrichtet worden sind.

Jedoch geschah es im Jahre 1952, dass Albin Hagström im jungen Alter von nur 46 Jahren verstarb. Erik Wisen übernahm die Firma, konnte jedoch nicht verhindern, dass die Nachfrage nach Akkordeons in den 1950ern stetig sank. Das war jedoch nicht sein Fehler. Vielmehr lag die Ursache in der Geburt des Rock’n’Rolls, welcher sich über die Medien nicht nur in den USA verbreitete.

Hagström als Firma musste daher umsatteln, sollte sie das Erbe Albins aufrechterhalten wollen…

Die Anfänge der Hagström Gitarrengeschichte

Mit dem Rock’n’Roll kam nicht nur andere Musik, sondern es kamen auch andere Instrumente. Das prominenteste aus der neuen Riege war zweifelsohne die E-Gitarre. Daher entschloss man sich bei Hagström eigene Gitarren zu produzieren.

Anfangs wusste man jedoch nicht recht, ähnlich wie schon bei den Akkordeons, wie man mit der Produktion der Gitarre verfahren sollte. Doch das sollte sich nur begrenzt als ein Hindernis herausstellen, hatte die Firma nach dem zweiten Weltkrieg doch angefangen, Gibson Gitarren zu importieren, um sie in Schweden zu verkaufen. Eine lohnende Investition, wie schon der Gründer der Firma mit den damaligen Akkordeons bewiesen hatte.

Dieser Gitarren-Import wurde mit Hilfe von Karl Erik Hagström ermöglicht, Albins Sohn, welcher über viele Jahre Erfahrungen in Amerika sammeln konnte. Dadurch hatte er zudem Kontakte zu Fender und anderen Firmen hergestellt.

Als dann der Rock’n’Roll letzten Endes auch auf Schwedens Titelseiten angelangte, machte man sich die Importerfahrungen zu Nutze, um die Nachfrage nach dem verzehrten Sound der schicken Saiteninstrumente zu befriedigen.

Hagströms Glitter Guitar

Als die Firma dann anfing, selbst Gitarren zu produzieren, wurden vorerst Erfahrungen im Bereich der Akustikgitarren gesammelt. Doch man kam schnell zu dem Entschluss, auch E-Gitarren ins Repertoire mit aufzunehmen, so dass man sich im späteren Verlauf das berühmteste Modell der amerikanischen Firma Gibson zum Vorbild nahm: die Les Paul. Das war so im Jahre 1958.

Heraus kam ein Les Paul ähnliches Modell mit Glitzerfinish, die Hagström De Luxe, oft auch Glitter Guitar genannt. Das Glitzerdesign verdankte sie dabei alten Zelluloidbeständen aus der Akkordeonproduktion, welche für die damaligen Gitarren verwendet wurden und zu einem charismatischem Merkmal der Hagström-Gitarren wurden..

Karl Erik Hagström
Karl Erik Hagström, Albins Sohn, in den Sechzigern. Copyright @ Hagström Collection.
Karl Erik Hagström und Sophia Loren
Karl Erik Hagström, wie er Sophia Loren ein Akkordeon zeigt. Copyright @ Hagström Collection

Details der Hagström Gitarren

Auch wenn sich eine gewisse Ähnlichkeit zur Gibson Les Paul nicht leugnen lässt, so war die Mother Of Pearl Glitzergitarre aus dem Hause Hagström nur zum Teil abgeguckt. Wenngleich das auch nicht schlimm ist, denn alle gucken ab. Der Gitarrist bei Solos und Riffs, der Tischler bei Stühlen und Schränken und der Gitarrenbauer eben beim Bauern. Nein, natürlich nicht. Der guckt bei den Gitarren. Wichtig ist dann nur, was man daraus macht. Und da Hagström ein Akkordeonprofi war, verband man eben das eine mit dem anderen. Zum Beispiel brachte man das Zelluloid aus der Akkordeonproduktion auf dem Korpus an, anstelle diesen mit einer Lackierung zu versehen…

Das Griffbrett wurde ebenfalls aus Kunststoff gefertigt, genauer gesagt aus Acryl, und bekam den ikonischen Namen „Speed-O-Matic“, was in Bezug auf die skaloppierten Bünde sehr passend gewählt war.  Yngwie Malmsteen schwor nicht umsonst auf diese Griffbrettverarbeitung, wenngleich das auch bei Fender war – und erst viele Jahre später.

Ein weitere Neuerung der Hagström Gitarren war der H-Expander Stab. Anders als andere Trussrods, brachte er geringes Gewicht bei gleichbleibender Stabilität. Zudem erlaubte er die Konstruktion weitaus schlankerer Gitarrenhälse. Physikalisch also sehr ausgefuchst das Ganze – und auch heute bei den neuen Modellen weiterhin in Verwendung.

Hagströms H Expander
Das Geheimnis von Hagström: Der H-Expander Trussrod. Copyright @ Hagström

Vertrieb und Modelle – Hagströms Goya Gitarren

All die genannten Vorzüge, Ideen und stilistischen Unterschiede sorgten dafür, dass Hagström wuchs und die Gitarrenexporte ab 1962 explodierten.

Jedoch ist es bei Hagström aufgrund unterschiedlicher Markennamen schwer, den Überblick zu behalten. Einige Vertriebe wollten nämlich keine Gitarren übernehmen, die vom Namen her vollkommen unbekannt waren. Und Hagström war relativ neu auf dem Gitarrenmarkt. Gleichzeitig, so lautet eine Meinung, wollte Hagström auch in Europa Gitarren verkaufen. Jedoch wollte man sich nicht von irgendwelchen vertrieblichen Verträgen aus der Vergangenheit einschränken lassen. Das alles führte zu unterschiedlichen Brandings.

Die Modelle der Hagström Standard, der Hagström De Luxe und der Hagström Deluxe A wurden daher für den amerikanischen und kanadischen Markt umgetauft. Aus Hagström wurde kurzerhand Goya. Sonst blieb eigentlich alles gleich. Alle Modelle besaßen das bekannte Speed-O-Matic Griffbrett – und hatten zudem dieses spezielle Glitzern, das nur Hagström hatte.

Goya Gitarre. Amerikanische Hagström Gitarre
Eine Goya Gitarre mit rotem Glitter. Copyright @ Jenny Gabrielsson.
Hagström Gitarre
Ein Modell mit Hagström Schriftzug. Copyright @ Jenny Gabrielsson.
Hagström De Luxe A Bass
Ein Hagström De Luxe A Bass. Copyright @ Jenny Gabrielsson.

Wie man an den Fotos erkennt, unterscheidet die beiden ersteren Gitarren nicht viel. Beide stellen Standard, bzw. De Luxe Modelle dar und kennzeichnen damit die Modelle, die der Les Paul ähneln. Die De Luxe A hingegen hatte zwei spitz zulaufende Cutaways und eine andere Kopfplatte. Das verschaffte ihr häufig den Spitznamen „Batman“. Von ihr hatten wir jedoch kein passendes Foto als Goya-Gitarre.

Hier in TLC’s „Unpretty“ kannst Du nochmal sehen, wie so eine Goya-Gitarre in Bewegung aussieht. Ziemlich pretty, jedoch höchstwahrscheinlich nur für Musikproduzenten von No.1-Hits erschwinglich.

Hagström Gitarren – Von Kent bis Futurama

Im Jahre 1962 kam ein neues Hagström Modell heraus, welches den Namen Kent trug. Dieses ähnelte Fenders Stratocaster, beschrieb jedoch ein Modell des Budgetsegments, welches in drei Modellen kam: der Kent I, der Kent II und der Kent III. Jedoch gab es auch hier eine unterschiedliche Namensgebung. In Amerika verkaufte man dieses Modell beispielsweise unter dem Namen Hagström F-11, F-200 oder F-300. In England hingegen erlangte es unter dem Namen Futurama Berühmtheit.

Hagström Kent
Hagströmmodelle in der Kent-Form. Copyright @ Hagström.
Kent Gitarre
Kent-Gitarre mit drei Single-Coils. Copyright @ Jenny Gabrielsson.

Einige Meinungen behaupten, dass Karl Erik Hagström den Namen Kent wählte, um diese Modelle von Hagström zu distanzieren. Schließlich waren dies günstigere Modelle und das nicht nur bezüglich des Preises, sondern auch bezüglich der Verarbeitung. Offenbar dachte man, das Acrylcover des Korpus könnte aufplatzen, reißen oder gar schlimmeres. Was jedoch Helden wie David Bowie nicht davon abhielt, auf einer Kent Gitarre zu spielen.

Zudem ereignete es sich, dass die Mehrzahl der exportierten Instrumente der frühen Sechziger den Namen Kent trug. Demnach kann das Modell so schnell nicht gewesen sein. Und gut aussehen tat es auch noch.

 

Übrigens: Der Name Kent wurde irgendwann in den Siebzigern auch für äußerst niedrigpreisige Modelle aus Korea und Japan verwendet. Diese sind aber an einem anderen Logo und auch an der Qualität gut zu erkennen.

Hagström Gitarren – Weitere Modelle

Im Verlauf der Sechziger kamen dann immer mehr Modelle auf den Markt. Darunter waren Gitarren mit zutiefst eigenem Shaping, wie die die Hagström Impala (1963-1967) oder die Hagström Corvette (1963-1967). Hier gab es dann auch abermals Unterschiede in der Namensgebung. Die Corvette wurde für den amerikanischen Markt nämlich auf den Namen Hagström Condor (1966-1967) umgetauft. Schließlich hatten die Amerikaner ja schon die Chevrolet Corvette. Bei dem Chevrolet Impala hingegen interessierte das wohl niemandem. Allerdings macht sich hier bemerkbar, dass Karl Erik Hagström viel in den USA unterwegs war, denn nicht nur die Namen, sondern auch die Formen der neueren Hagström Gitarren passten irgendwie zu den amerikanischen Chevys.

Neben diesen Modellen gab es dann auch noch die Hagström Automatic (1963-1965), ein an Fenders Jazzmaster angelegtes Modell. Von ihr lag uns bei Veröffentlichung des Artikels jedoch noch kein entsprechendes Bild vor.

Hagström Gitarren
Impala, Condor (Corvette) und der Coronado IV Bass. Copyright @ Hagström.

Hagström Bässe – Mehr als nur 4 Saiten

Natürlich hatte Hagström ab 1961 neben den E-Gitarren und Akkordeons auch eigene Bässe im Programm. Einige davon sind euch im Verlauf des Artikels ja bereits begegnet. Das erste Modell jedoch war der sogenannte Hagström De Luxe Bass, welcher ebenfalls mit dem Speed-O-Matic Griffbrett aus der Manufaktur kam. Auf ihn folgte der Kent-Bass, welcher in Amerika ebenso wie die Gitarren unter dem Namen Hagström verkauft wurde. Hier hieß er dann Hagstrom FB.

1963 folgten schließlich die Hagström Coronado IV (siehe Bild oben) und VI Bässe mit vier bzw. sechs Saiten. Diese Modelle waren an die Impala- und Corvette-Gitarren angelehnt und hatten ebenfalls das berühmte Speed-O-Matic Griffbrett.

1963 kamen aber nicht nur neue Bass-Modelle, sondern auch die Exportzahlen explodierten mit samt den Produktionszahlen. Das führte dazu, dass in den 60ern durchschnittlich 7000 Gitarren pro Jahr produziert wurden. Und von all diesen Instrumenten wurden gut 90 Prozent ins Ausland exportiert. Unter anderem in die USA, England, Frankreich, Deutschland und andere. Darunter auch neue Modelle, wie die Hagstrom II und Hagstrom III, welche eine gewisse SG-Ähnlichkeit zu verzeichnen hatten.

Hagström im alten Jahrtausend – Modelle, Modelle, Modelle

Nach weiteren Modellen wie der Hagström Viking, kam 1967 schließlich der erste serienmäßig produzierte Achtsaiter-Bass auf den Markt. Dies war der Hagstrom H8. Bezüglich Gitarren näherte man sich 1970 dann wieder der Les Paul an, mit der Hagström Swede. Auf die Swede folgten dann noch weitere Bässe und Gitarren, darunter auch eine sogenannte Hagström Swede Patch. Diese wurde in Kollaboration mit Ampeg kreiert und stellte eine Mischung aus Synthesizer und Gitarre dar, welche mit Fußpedalen und Synthi ausgeliefert wurde. Äußerst abgefahren für das Jahr 1976.

Ein Jahr später kam schließlich die Hagström Super Swede, eine im Detail abgeänderte Version der normalen Swede. Auf die Super Swede und die anderen Modelle folgte 1980 dann der Super Swede Bass, der letzte Bass, der von Hagström produziert wurde. Laut einiger Meinungen hatte dieses Instrument einen formidablen Ruf unter Musikern und galt als ein Modell, welches mit den Top-Modellen der anderen damaligen Hersteller mehr als nur mithalten konnte.

Hagström Achtsauter Bassgitarre
Hagströms Achtsaiter Bass von 1967. Copyright @ Jenny Edelsten.
Hagström Gitarre Viking Modell
Eine Hagström Viking von 1967. Copyright @ Jenny Edelsten.
Hagström Super Swede
Eine Hagström Super Swede von 1980. Copyright @ Jenny Edelsten.

Der König ist tot …

Doch die Qualität eines Instrumentes ist leider nicht immer der ausschlaggebendste Faktor für den Kauf eines Instruments. Auch der Preis ist entscheidend. Viele der damaligen Hersteller fingen zu der Zeit an, Teile ihres Verkaufskontingents in fernöstlichen Ländern herstellen zu lassen. Wie viele von euch wissen, kamen dadurch ganz andere, deutlich niedrigere Verkaufspreise zustande, wodurch sich auch der Wettbewerbsdruck erhöhte.

Gleichzeitig änderten sich die Musikstile zu Beginn der Achtziger. Viele Musiker wollten daher Gitarren wie die von Ibanez und ähnlichen Firmen. Das, in Kombination mit dem schrumpfenden US-Markt zu Beginn der Achtziger, war das vorzeitige Todesurteil für Hagström.

Man überlegte, die Produktion nach Fernost zu verlagern, doch die Firma war wohl von einem Produktbeispiel eines japanischen Herstellers nicht sonderlich begeistert. Daher schloss die Hagström Gitarrenmanufaktur in 1984, nachdem man 128583 Gitarren und Bässe produziert hatte.

… lang lebe der König – Ein Neuanfang für Hagström

Wie für so viele Sachen, ist jedoch ein Ende manchmal auch ein Anfang. Für viele der Hagström-Instrumente gab und gibt es nämlich eine ungebrochene Nachfrage. Schließlich sind es Sammlerstücke mit einer wunderbaren Bespielbarkeit und einem unverkennbaren Klang. Zudem haben Idole wie Elvis Presley, Frank Zappa, Jimi Hendrix, Fleetwood Mac auf den Gitarren gespielt.

Jedoch sind gut erhaltene Instrumente aus der damaligen Zeit äußerst kostspielig und auch schwer zu finden. Denn der Kunststoffüberzug der ersten Gitarren und Bässe war, je nach Lagerung des Instruments, anfällig für die Witterung. Schließlich war es Kunststoff auf einem atmenden lebenden Fundament aus Holz.

Das heißt jetzt aber nicht, dass ihr zwangsläufig tief in die Taschen greifen müsst und eine dieser Vintage-Raketen ersteigern müsst, solltet ihr mal eine Hagström spielen wollen. Denn im Jahre 2005 wurde die Firma erfolgreich reinkarniert und bietet seither einer gänzlich neuen Generation von Musikern die Möglichkeit, Hagström Gitarren zu spielen. Darunter sind auch Musiker wie Pat Smear von den Foo Fighters, oder die namenlosen Ghouls der Schwedenband Ghost. Die heutigen Gitarren und Bässe werden nach den Original-Vorlagen sowie den Zeichnungen von Karl Erik Hagstrom in China hergestellt, während die Elektronik aus den USA kommt. Zudem gibt es neue Modelle, wie die Hagström Fantomen und auch neue Innovationen, wie das Resinator-Griffbrett. Die alten Ideen wie das H-Expander Trussrod wurden natürlich ebenfalls beibehalten. Also ist alles wieder beim Alten, nur dass der Produktionsstandort ein klein wenig außerhalb von Schweden liegt. Und wer weiß, vielleicht öffnet irgendwann auch mal wieder eine Manufaktur in Älvdalen.

Hagström Gitarre Pat Smear
Pat Smear von den Foo Fighters mit seiner Hagström Swede. Copyright @ Hagström Guitar Co.

Übrigens:

Getreu dem Motto „Der König ist tot, lang lebe der König“ gibt es aus der neuen Hagström Reihe auch eine Serie mit dem Namen Three Kings, wovon wir ein Modell hier auf LOUDER.com im Repertoire haben. Solltest Du also eine Hagström kaufen wollen, nur ran an den Speck. Zudem findest Du unter diesem Link alle weiteren Hagström Modelle, die derzeit bei uns im Marktplatz sind.